Es ist
Montag der 30. Juni 14, 7.50 Uhr in der Früh, als sich die sportbegeisterten Schüler und Schülerinnen der NMS Bern am Hauptbahnhof treffen. Sie haben das Ziel, eine sportintensive
und dennoch schöne Woche im nationalen Jugendsportzentrum in Tenero zu verbringen.
Auf dem riesigen Gelände dieses Sportzentrums hat man die Möglichkeit, sämtliche
neuen, wie auch bereits bekannte Sportarten auszuüben und auszuprobieren.
Ausserdem scheint auch das Wetter mitzuspielen und es ist im Gegensatz zur restlichen
Schweiz überdurchschnittlich warm und sonnig. Während sich die einen
entschieden mit dem Velo über den Gotthard zu fahren und so nach Tenero zu
gelangen, fuhren die anderen gemütlich mit dem Zug. Die erste Station war
Zürich, wo wir nach ca. einer Stunde auch ankamen. Nach einer kurzen
Aufenthaltszeit ging es dann auch schon weiter Richtung Bellinzona. Auf diesem
Abschnitt der Reise erfreute sich Vincenz L. an der Gesellschaft von einigen
jungen Zürcherinnen. Nach geschlagenen 2.5 Stunden erreichten wir schliesslich Bellinzona und fuhren direkt mit der S-Bahn in Tenero ein.
Im
Sportzentrum Tenero gibt es viele Regeln und Vorschriften, um den Alltag
möglichst sportlich absolvieren zu können. Beispielsweise darf man sich auf dem Areal nach
22.00 Uhr nicht mehr laut aufhalten und der Konsum von alkoholischen
Getränken ist strikt untersagt und wird mit Rauswurf bestraft. Übernachten kann
man auf dem Campo auf zwei Arten, entweder in den komfortablen Gruppenhäusern oder auf dem Campingplatz. Während wir die Zelte noch aufstellten, befand sich die Velogruppe bereits auf dem Gotthardpass. Die Zelte stehen also. Nun
stellt sich heraus, dass ein Zelt auf der Strecke geblieben ist. Es gehört
Nicolas G. Er wird sein Zelt nie wieder sehen.
Die Route von Hospenthal bei Andermatt nach Biasca über den Gotthard
Ein anderer
Weg ins Tessin führt über die alte Gotthard-Passstrasse. Während sich die
Mehrheit der Teilnehmenden auf dem gemütlicheren Weg mit dem Zug in die dritte
Sprachregion der Schweiz begaben, nahm ein kleiner Teil der Gruppe die
Strapazen der Gotthardpasstrasse mit dem Velo auf sich. Die kleine Gruppe
bestehend aus drei Frauen, drei Männern und einem Lehrer trat die Reise morgens um 8.07 Uhr in Richtung Hospenthal an, um dort auf die Velos umzusteigen.
Das Team vor der Abfahrt
Nicolas G., Jonathan M., Nora S., Rémy D., Mara G., Miriam D. (v.l.n.r.)
Einer der
Teilnehmer, Rémy D. (18) trug gar sein Zelt über den 2100 m hohen Pass. Es sei folglich
auch „eine Folter für die Beine“ gewesen, so Rémy D.
Unterwegs
machte den Radfahrern vor allem die grosse Kälte zu schaffen. Nach etwa 9km Aufstieg
war die Temperatur bereits auf 8 Grad Celsius gefallen, oben auf der Passhöhe
waren es nur noch 4 Grad. Da die meisten Teilnehmenden durchgeschwitzt und in
leichter Radbekleidung waren, begann bald ein grosses Zittern. Zudem hatte man
noch gegen eine starke Bise zu kämpfen.
Die Sportler auf der Gotthard-Passhöhe
Nach der
feierlichen Ankunft auf dem Pass, für die sich die Radler mit einem Kaffee und
Nussgipfel aus der Region belohnen liessen, machte man sich auf den Rückweg. Es
traten einige Probleme beim Bremswerk einiger Velofahrer auf, als sie die
alte Passstrasse herunter rasten.
Die Tour
lief bis zur gefährlich berüchtigten Abfahrt auf der alten
Stein-Passstrasse reibungslos ab, als Jonathan M. bei einer Wende zu sehr
in die Kurve lag und sich das Kettenrad im Boden verhakte und das Velo
urplötzlich bremste. Der Schutzengel hat dort ordentlich mitgearbeitet. Hinter
dem Verunfallten folgte nämlich eine „Töff“-Gruppe, die es jedoch noch
schaffte, vorher auszuweichen.
Die berühmte Abfahrt vom Gotthard
Nach der
Passstrasse, die den Beteiligten trotz
Anstrengung zu gefallen schien, hatten sie eine lange gerade Strecke vor sich.
Kurzfristig wurde beschlossen, die Route zu verändern und, aufgrund der Zeitverzögerungen, durch beispielsweise einen demolierten Pneu, die
Strecke nur bis Biasca zu beschränken.
Da das
grosse Ziel aber immer noch Tenero war, suchte man sich bei einer Glace die
nächste Zugverbindung raus. Man musste einen Umstieg in Bellinzona hinnehmen
und von den geräumigen Regiozügen auf einen extrem Velo-unfreundlichen Zug
umsteigen. In Tenero entdeckten die Sportler ihre Mitschüler allesamt am See
und fanden das Zeltcamp verlassen vor.
Bei Nicolas G. brach grösserer Unmut aus, als er
sah, dass sein Zelt offenbar verloren ging. Aber der Teamgeist war die ganze
Zeit präsent und deswegen fand Nicolas G. dann sehr schnell auch noch einen
Schlafplatz. Nachdem auch die Zelte der Nachzügler gestellt waren, ging es
Richtung „Gottardo“ – dem Essensgebäude – zum wohlverdienten Nachtessen.
Einige Eindrücke in Bildern:
Remy D. bei einer Trinkpause an einem Bergsee bei der Bergfahrt
Die Passstrasse, welche mit den schwierig zu befahrenen Pflastersteinen besetzt ist
Der Bergsee auf der Gotthard-Passhöhe
Ein Teil des Teams auf der Zugfahrt nach Bellinzona
Nicola Geissbühler
Jonathan Möri
Raphael Casablanca
Nicolas Vischer
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Super Velogruppe! Das war schön.
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